Meine grosse Leidenschaft, der Bulldog

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Hier ein wenig Lanz Geschichte.

Heinrich Lanz * 1838 + 1905 Der Grossvater des wohl berümtesten Traktors der Welt.

Die Heinrich Lanz Werke Mannheim.
1859 Der junge Kaufmann Heinrich Lanz tritt in die Speditionsfirma J.P. Lanz & Co. in Mannheim ein. Er führt den Vertrieb von hauptsächlich englischen Geräten und Maschinen für die Landwirtschaft ein. Er verfasst Rundschreiben und Kataloge, um die Bauern von den Vorteilen der maschinellen Landwirtschaft zu überzeugen. 1860 gründet er eine Reparaturwerkstatt mit zwei Angestellten für die Reparatur und Wartung der verkauften Maschinen. 1864 Gründung einer Zweigstelle in Regensburg 1867 beginnt die Firma J.P. Lanz & Co. die Fabrikation von Futterschneidern, Hand- und Göpeldreschmaschinen. Am 1. Januar 1870 übernimmt Heinrich Lanz den Produktionszweig. 1879 verläßt der erste selbstgebaute Maschinensatz (Dreschmaschine und Lokomobile) die Werkstatt. Die Lokomobile besaß eine Leistung von 2,5 PS. 1873 Errichtung einer Eisengießerei 1879 Aufnahme der Fertigung von Dampfdreschmaschinen 1888 Erweiterung des Werkes in der Schwetzinger Straße in Manheim auf das Gebiet "Lindenhof", wo die Produktion kleinerer Landmaschinen erfolgen sollte 1898 mit einer Produktion von monatlich 120 Lokomobilen zählt Heinrich Lanz weltweit zum zweitgrößten Hersteller 1900 Weltausstellung in Paris, Lanz stellt mit einer Höchstleistung von 460 PS (Dauerleistung 260 PS) bei 10 bar Kesseldruck die bis dahin größte Lokomobile der Welt aus 1900 Errichtung des LANZ- Wasserturms, der noch heute als Wahrzeichen dient 1902 Einführung des Heißdampfsystems bei den Lokomobilen 1. Februar 1905 stirbt Heinrich LANZ 1907 die 20 000ste Lokomobile wird gebaut 1910 Weltausstellung Brüssel: LANZ stellt wiederum die Weltgrößte Lokomobile mit 1000 PS und Lentz-Ventilsteuerung aus 1911 mit dem SL1 wird das erste Luftschiff von Lanz und Schütte gebaut. Bis 1918 baut Schütte-Lanz insgesamt 22 Einheiten 1912 Bau des Landbaumotors "Köszegi", eine selbstfahrende Bodenfräse mit 70 PS Vierzylinder-Benzinmotor 1914 Produktion von von Kriegszugmaschinen mit Benzinmotoren bis 120 PS 1916 Entwicklung des LANZ-Perlittgusses durch A.Diefenthäler und Dr. Karl Sipp 1921 Vorstellung des ersten Rohölschleppers HL12 auf der DLG in Leipzig . Diese Entwicklung fand unter der Leitung von Fritz Huber statt und gild aufgrund seiner gedrungenen Gestallt als der "Ur"-Bulldog. 1923 kommt unter der Bezeichnung "HP" der Knicklenker mit Allradantrieb zur Vorstellung. Entwicklung des Felddank (38 PS 2-Zylinder Glühkopfmotor) durch Fritz Huber 1924 1100 km Leistungsfahrt von Mannheim über Hannover nach Berlin mit 3 HL12 Bulldogs und einem 38 PS Felddank ohne Panne Unfall oder Motorschaden 1924 Vertrag über Trennung von der Lokomobil und Dampfkesselsparte zugunsten von Fa. Wolf Buckau, dafür verzichtete Wolf/Buckau auf die Produktion von Dreschmaschinen, Strohpressen und fahrbaren Motoren 1925 Gründung der Aktiengesellschaft Heinrich Lanz 1926 Vorstellung des 22/28 PS Großbulldogs (HR2) 1929 Entwicklung des HR5 15/30 und HR6 22/38, Vorstellung der "Stahl-Lanz"-Dreschmaschine 1931 durch Übername der Aktienmehrheit durch die Deutsche Bank scheidet die Familie Lanz aus der Firma aus. 1939 das Bulldog-Proramm umfaßt sechs Grundtypen 15, 20, 25, 35, 45, 55 PS in mehreren Ausführung, wie z.B. Ackerbulldogs eisenbereift, Ackerbulldogs luftbereift, Verkehrs- und Eilbulldogs sowie eine Allzweckausführung 1942 aufgrund der Brennstoffknappheit im Krieg müssen per Gesetz die Bulldogs mit Holzvergaserantrieb gebaut werden 14. April 1942 Dr. Fritz Huber stirbt, der 100 000ste Bulldog wird ausgeliefert 1945 starke Zerstörung durch den Krieg aber die Produktion wurde mit den vorhandenen Mitteln schnell wieder aufgenommen 1949 Übergang vom reinen Glühkopfmotor zum sparsameren Mitteldruckmotor 1951 Bau des Geräteträgers "Alldog" 1955 neuentwickelte, einzylindrige, zweitakt Volldieselmoteren kommen in den 4 Schleppertypen von 16-28 PS zum Einsatz 1956 die Firma John Deere übernimmt die Aktienmehrheit bei Lanz 1957 die letzte Lanz Konstruktion, der D4016 mit 40PS wird vorgestellt 1958 die Farben von John Deere grün/gelb werden für die Bulldogs und Landmaschinen von Lanz übernommen 1959 100 jähriges Bestehen des Lanz Werkes wird gefeiert 1960 der Firmenname wir von "Heinrich Lanz AG Mannheim" in "John Deere-Lanz AG" geändert. 1965 ein komplett neues Traktorenprogramm mit neuen Motoren und neuem Aussehen wird vorgestellt. Die 10er Serie: Typ 310 (32 PS),Typ 510 (40PS), Typ 710 (50 PS). 1967 der Firmenname "John Deere-Lanz AG" wird in John Deere Werke Mannheim, Zweigniederlassung der Deere & Company" in USA.

Der erste Rohöl Schlepper der Welt, der "Bulldog"

Die Firma Heinrich Lanz Mannheim stellte 1921 auf der Landwirtschaftsausstellung in Leipzig erstmals den Prototyp eines von Ing. Dr. Fritz Huber (s. Bild) entwickelten 12-PS-Rohölschleppers mit Glühkopfmotor der staunenden Öffentlichkeit vor. Das war die Geburtsstunde des Traktors, der von Mannheim aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Er bekam wegen seines Aussehens, das einer Bulldogge glich, den Namen Lanz-Bulldog.

1921 wurde der erste, von Fritz Huber entwickelte, Bulldog mit 12 PS vorgestellt. Die Brennstoffgleichgültigkeit der Lanz-Bulldogs ist bis heute von andere Typen nicht übertroffen. So begnügte sich der Einzylinder-Glühkopfmotor sogar mit Teerölen, Destilationsrückständen, wie Naphta und Mazut und sonstigen Schwerölen, für die es bis dahin keinen Motor gab. Seinen Namen erhielt der Schlepper aufgrund seines gedrungenen und bulligen Erscheinung.

Der Glühkopf-Motor

Allgemeines:

Neben den Ottomotoren, bei denen die Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches durch den Zündfunken eingeleitet wird, und den Dieselmotoren, die zur Entzündung des eingespritzten Kraftstoffes die Verdichtungswärme ausnutzen, gibt es eine dritte Gruppe, die Glühkopfmotoren, bei denen die Zündung durch die glühenden Wände der Vorkammer, den Glühkopf, erfolgt. Glühkopfmotoren sind liegende oder stehende Ein- oder Mehrzylindermotoren, die im Zweitaktverfahren mit Kurbelgehäuse-Vorverdichtung und Schlitzsteuerung arbeiten. Das Verdichtungsverhältnis (5:1 bis 7:1) und der Verbrennungsdruck (20 bis 25 atü) sind ebenso wie bei den Ottomotoren, die Kraftstofförderung und Zündung dagegen wie bei den Dieselmotoren. Die Glühkopfmotoren sind einfach im Aufbau und in der Bedienung, haben eine lange Betriebsdauer. Sie werden deshalb vorwiegend als Antriebsmotoren für landwirtschaftliche Zugmaschinen, Baumaschinen und Fischerboote verwendet. Sehr bekannt ist der Lanz-Bulldog der Firma Lanz, Mannheim. Die starken Erschütterungen, die Glühkopfmotoren im Betrieb hervorrufen, wirken sich oft nachteilig aus. Im Glühkopfmotor entstehen, da er im Zweitaktverfahren arbeitet, Gemischverluste, und unverbrannte Kraftstoffteilchen gelangen unter hohem Druck durch den Auspuff ins Freie Diese glühenden Kraftstoffteilchen verursachen häufig Wald- und Scheunenbrände. Bei Ernteeinsätzen sind die Getreidemieten stark gefährdet. In verschiedenen Maschinen Traktoren-Stationen (MTS) wurde dieser Nachteil durch eingebaute Funkenfänger , zum Beispiel durch einen Siebrohreinsatz, eine Leitblechschnecke oder einen mit Stahlspänen gefüllten Blechkorb beseitigt. Hierdurch werden die Funken zurückgehalten und wertvolles Volksvermögen vor Brand geschützt. Die geschilderten Nachteile sind bei den neuen Lanz-Typen, die erstmalig auf der Leipziger Messe 1954 gezeigt wurden bereits weitgehend beseitigt.

Arbeitsweise:

Die Arbeitsweise des Glühkopfmotors. Die Einspritzung erfolgt aber nicht wie beim Dieselmotor erst am Ende des Verdichtungshubes kurz vor dem o.T., sondern kurz vor dem Schließen der Spülschlitze, d.h. etwa 120 bis 140° vor dem o.T. Wie aus Bild 3 ersichtlich, wird der Kraftstoff gegen die Wandung des Glühkopfes gespritzt. Da dieser nicht gekühlt ist, wird er im Betrieb auf Dunkelrotglut erwärmt. Dabei entsteht im Zündsack, einer zipfelartigen Vertiefung in der Glühkopfmitte, eine Temperatur von 700 bis 800° C. Durch den tangential in den kugelförmigen Glühkopf einmündenden Überströmkanal wird während des Verdichtens Frischluft in den Glühkopf gedrückt und mit dem eingespritzten Kraftstoff kräftig durchgewirbelt. Da durch die hohe Glühkopftemperatur ein Teil des Kraftstoffes vergast, wird das Vermischen des Kraftstoffes mit der Luft unterstützt. Gegen Ende der Verdichtung beginnt vom Zündsack aus die Verbrennung im Brennraum des Glühkopfes und greift durch den Überströmkanal auf den Verdichtungsraum im Zylinder über. Da das aus dem Glühkopf ausblasende Gemisch von teils brennenden, teils unverbrannten Kraftstoffteilchen dem Spülluftstrom entgegengerichtet ist, wird das Gemisch im Zylinder noch intensiv durchgewirbelt, so daß es gut verbrennt. Die Einspritzmenge und damit die Motordrehzahl wird durch die Veränderung des Hubes der Kraftstoffpumpe geregelt. Der Drehzahlbereich wird nach oben und unten wie beim Dieselmotor durch einen Endregler begrenzt ( meist zwischen 300 und 900 U/min). Durch Verstelleinrichtungen an der Einspritzdüse kann der Spritzkegel des Einspritzstrahles verändert werden. Die Düse wird deshalb als Regulierdüse bezeichnet. Wird die an der Spitze mit Trapezgewinde versehene Düsenspindel herausgeschraubt, dann wird der Spritzkegel des Kraftstoffstrahles schlanker, wird sie hineingeschraubt, wird der Spritzkegel breiter. Im Leerlauf (etwa vier Umdrehungen der Düsenschraube nach oben) ist die Motortemperatur niedrig, daher wird der Kraftstoff in schlankem Strahl direkt in den Zündsack gespritzt, der auch dann noch eine genügend hohe Zündtemperatur hat. Im Fahrbetrieb beim Bergabfahren und nach kurzer Leerlaufdauer sinkt die Temperatur des Glühkopfes, und einen schlechte Kraftstoffverbrennung ist die Folge, der Motor bleibt nach kurzer Zeit stehen. Um diesen Übelstand zu beheben, hat die MTS Frohburg (Sa.) einen Glühkern aus Chromnickelstahl hergestellt und in den Glühkopf eingesetzt. Da der Glühkern ein gutes Wärmespeichervermögen hat, wird der Glühkopf nicht so schnell abgekühlt. Der Motor kann nach 20 Minuten Stilstand ohne Vorheizen wieder angelassen werden. Außerdem wird die Verbrennungstemperatur höher, der Kraftstoff besser ausgenutzt und weniger Ölkohle gebildet und angesetzt. Bei Vollast (etwa 2 Umdrehungen der Düsenschraube nach oben) ist die Temperatur so hoch, daß bei Einspritzen in den Zündsack die Verbrennung zu früh beginnen würde. Deshalb ist ein breiterer Spritzkegel besser, weil dann nur wenig Kraftstoff in die heißeste Stelle des Glühkopfes gelangt.

Anlassen des Glühkopfmotors:

Der Glühkopfmotor wird mit Hilfe einer im Glühkopf eingeschraubten Zündkerze angelassen, die aus einer Batterie über eine Zündspule Hochspannungsstrom erhält. Das Gasöl wegen seines hohen Flammpunktes zur Entzündung mittels Funken nicht geeignet ist, wird außer Gasöl aus einem besonderen Behälter Benzin zugesetzt. Beide Kraftstoffe fließen getrennt zur Kraftstoffpumpe, werden hier zu gleichen Teilen gemischt und dann durch die Einspritzdüse vernebelt. Hierbei muß ein möglichst breiter Spritzkegel entstehen ( Düsenspindel ganz hineingeschraubt), damit ein Teil des Kraftstoffes in den Funkenbereich der seitlich angebrachten Zündkerze gelangt und von ihr gezündet wird. Nach 3 bis 5 Minuten Laufzeit hat der Glühkopf Zündtemperatur und läuft nach Ausschalten der Zündung und Abstellen des Benzinzuflusses mit Gasöl weiter. Früher war das Anlassen der Glühkopfmotoren schwieriger. Der Glühkopf wurde mit einer Lötlampe von außen auf Zündtemperatur vorgeheizt, und erst dann konnte der Motor angeworfen werden.

Die Glühkopf Schlepper.

Für Grossbild anklicken.

Die Halbdiesel

Lanz Raupenschlepper

Lanz Volldiesel